Investoren begeistert: Vietnam kommt an
(...)Sie haben richtig Feuer, die jungen Leute in Vietnam. "Ich bin ehrgeizig und will Karriere machen", sagt Quynh Tran (21) selbstbewusst.(...)
In Südostasien aktive Unternehmer verweisen auf Thailand, die Philippinen und Indonesien, wo Demokratieexperimente sehr gemischte Ergebnisse bringen, vor allem eben ein Element der Unberechenbarkeit.(...)
"Wir dürfen hier nicht mit europäischem Demokratieverständnis anrauschen", meint Benthien. Nach der Devise verfahren auch die deutschen Stiftungen zur politischen Bildung in Vietnam. "Die Kommunistische Partei ist der Motor der Reformen, und sie geht in die richtige Richtung", sagt der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Hanoi, Willibold Frehner.(...)Quelle
www.n-tv.de
Genau dieser Stabilitätsfaktor ist Thailand in den letzten Jahren gehörig abhanden gekommen und wird sich wohl nachhaltig auswirken. Auf China und Vietnam ist in Sachen langfristiger Invesitionen politisch sicher mehr Verlass und das lockt die Investoren ins Land.
Yu Keping, einer der einflussreichsten Intellektuellen Chinas, schrieb
in seinem Essay über die Demokratie:
(...)Demokratie bedarf fortwährender Konsultationen und Diskussionen. Das kann dazu führen, dass sofort zu fällende Entscheidungen auf die lange Bank geschoben werden und dadurch die Effizienz des Regierens sinkt.(...)
So bringt eben jede Regierungsform ihre Vor- und Nachteile mit sich. Vietnam scheint jedenfalls im Moment auf dem richtigen Weg zu sein.
Das wird wohl so lange gut gehen, solange das Lohnniveau in Vietnam niedrig bleibt und so lange Vietnam ein Einparteienstaat bleibt, in welchem die Kommunistische Partei Vietnams das Monopol auf die Macht innehat.
Cathrin hat
in ihrem Blog gerade "unsere" Demokratie auf den Punkt gebracht.
(...)Vorbestrafte Politiker als Partei-Ehrenmitglieder, vorbestrafte Manager als Erarbeiter von Arbeitsmarktreformen, über Parteispenden gekaufte Regierungsparteien, mehr als windige Konzernchefs als Kanzlerberater, Wirtschaftslobbyisten mit eigenem Schreibtisch im Ministerbüro, Interessenvertreter der Steuerkriminellen in der Regierung, offene Preislisten zum Einkaufen von Politikern, gemeinsame Geburtstagspartys zwischen über Leichen gehender Hochfinanz und Bundeskanzlerin, Gesetze die gegen Bezahlung direkt von Lobbyisten erstellt werden, Politiker die nach ihrer Abwahl direkt Belohnungspöstchen in der Wirtschaft antreten.... in Deutschland scheint wirklich alles käuflich zu sein.(...) Recht hat sie und mir wäre es peinlich, wenn ich einen von diesen Leuten gewählt hätte.
Ich befürchte aber, dass man ähnliches von Vietnam und von leider fast jedem anderen Land auch schreiben könnte, wenn es in Vietnam mehr Pressefreiheit gäbe.

Grafik: Wikipedia Reporters Without Borders 2008 Press Freedom Rankings Map
Ich will auf keinem Fall behaupten, dass unser Verständnis von Demokratie das richtige (bessere) ist. Wir würden wieder in einer Endlosdiskussion landen.
Ich befürchte nur, dass in jedem anderen Land selbige Schweinereien wie in DE abgehen, nur eben nicht so öffentlich, wenn die Pressefreiheit eingeschränkt ist.