@Miss: Bitte kläre uns auf.
Wie Pichai schon schrieb, war dieser Januar der trockenste seit 10 Jahren in Singapur. Die Monsunzeit geht normalerweise von November bis Februar, wobei es gerade im Januar am meisten regnet. Es gibt starke Niederschläge, die bis zu drei Tage andauern können.
Als ich Ende November hier ankam, gab es in den ersten drei Wochen eigentlich jeden Tag Regenschauer, die manchmal so heftig waren, dass man das nächste Haus nicht mehr sehen konnte!
Durchschnittlich gibt es im Januar 250-300 mm Niederschlag. Dieser Januar brachte es nur auf 38 mm; durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 85-90%, Januar 2009: 79%. Es war auch relativ windig und angenehm kühl am Abend. Wie ein schöner Hochsommerabend in Deutschland, wenn es nicht gerade drückend schwül ist.
Trotzdem wird hier nicht gleich der globale Klimawandel beschworen. Woran lag es also? Natürlich schon an einer globalen Wetterlage, aber diese gibt es halt immer mal wieder. Die Ansammlung von kalten Luftmassen über Europa, Nord- und Mittelasien, welche dieses Jahr etwas eher als durchschnittlich auftrat, führte zu eine starke Abkühlung in der Gegend um Hong Kong und Teilen Thailands. Dazu kam ein starker Nordost-Wind über dem südlichen Chinesischen Meer. Das führte zu einer Veränderung der durchschnittlichen Strömungslage in Südostasien und die feuchten Luftmassen, die meist im Januar Singapur erreichen und für den starken Regen sorgen, wurden abgelenkt.
Experten von der NUS (National University of Singapore) erklären übereinstimmend, dass es kurzsichtig wäre, dies auf die globale Klimaerwärmung zurückzuführen. Sie weisen darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen einem Klimawandel und natürlichen Variationen des Klimas gibt. Solche trockenen und kühlen Januare treten in zeitlichen Abständen alle 10-20 Jahre auf.
Also: Noch ist nichts verloren und ich finde es, ehrlich gesagt, auch mal entspannend, nicht sofort wieder zu hören: Das ist der Klimawandel!!!
